Durch das kommerzielle Interesse, das seit einigen Jahren für das Internet entstanden ist, steigt der Bedarf einen Platz in diesem Netz zu bekommen, so stark, daß schon bald auf dem Daten-High-Way keine Hausnummern vergeben werden können, da dieser Adreßraum einfach voll ist.
Aus diesem Grund wird seit längerer Zeit über neue Konventionen nachgedacht, die dieses Problem lösen.
Eine weit fortgeschrittene Lösung ist die Einführung des IPv6-Protokolls, das auf das momentan das Internet beherrschende Ipv4 aufsetzt und später als Standardprotokoll eingesetzt werden soll.
Die wohl bekannteste Eigenschaft des neuen Internetprotokolls, ist der erweiterte Adreßraum. Mit Ipv6 werden die Adressen von 32 Bit beziehungsweise 4 Byte in Ipv4 auf 128 Bit also 16 Byte vergrößert. Dadurch wächst die Zahl der Adressen von 4.2 Milliarden auf mehr als 3.4*1038 Milliarden. Womit jedem Quadratmeter 6.6*1023 Adressen zugeordnet werden können. Die sich allerdings durch den hierarchischen Aufbau verringern werden. Da die neue Länge der Adresse bei Ipv6 16 Byte groß ist, wäre die Notation nach den alten Regeln auch viermal so lang. Um das zu verhindern, wird unter Ipv6 die Adresse als acht Hexadezimlazahlen, die durch Doppelpunkte getrennt sind, geschrieben.
Beispiel für alte Schreibweise:
128.127.100.32
Beispiel für neu Schreibweise:
FEDD:BC32:0000:0000:0050:0743:DF36
Um diese Schreibweise zu verkürzen, wurde eine weitere Schreibweise, die sowohl führende Nullen innerhalb einer Zahl wegläßt, als auch aufeinanderfolgende Nullen durch zwei Doppelpunkte ersetzt. Letzteres darf nur einmal pro Adresse verwendet werden.
Beispiel für verkürzte IPv6-Schreibweise:
FEDD:BC32::50:743:DF36
Zusätzlich zum erweiterten Adreßraum, der die Zuordnung und das Routing vereinfacht, hat eine Reihe von anderen Verbesserungen Einzug in das neue Protokoll gehalten. Dazu gehört eine erweiterte Quality-of-Service-Unterstützung für Multimedia und Echtzeitapplikationen, Sicherheit auf Kernel-Ebene, Mobil IP und automatische IP-Adreßkonfiguration, die den Verwaltungsaufwand in lokalen Netzwerkumgebungen verringert und für Administratoren eines der Zugpferde für den Umstieg sein dürfte.
Leider ist eine Umstellung von Heute auf Morgen nicht möglich, was einen zeitweiligen Parallelbetrieb nötig macht. Dieser Parallelbetrieb setzt voraus, das alle Netzknotenpunkte in der Lage sind das jeweilige Protokoll für die entsprechenden Bedürfnisse anzupassen.