Als Gebäudeautomationssystem wurde das im Grundlagen Kapitel 2.1 vorgestellte EIB-System von der Firma MIT-H vorgeschrieben. Es soll eine einfache Wechselschaltung mit zwei Binär-Tastern, einem Infrarot-Empfänger und einem Binär-Ausgang, an dem ein Verbraucher angeschlossen ist, realisiert werden.
Damit sieht ein den Anforderungen entsprechendes Gebäudesystem wie folgt aus:
Abb. 27: Schaltung, die das Gebäudeautomationssystem darstellt.
Die Schaltung erlaubt es über die beiden Taster 1.1.1 und 1.1.4 den Verbraucher, der über den Binärausgang 1.1.2 geschaltet wird, unabhängig von einander zu schalten. Des weiteren erlaubt der IR-Empfänger 1.1.3 das Schalten des Verbrauchers 1.1.2 über eine Infrarot-Fernbedienung.
Abb. 28: Teilnehmertabelle
Die Konfiguration und Inbetriebnahme erfolgt über die EIB-Tool-Software (ETS) Version 2.0, die von der EIBA vertrieben wird.
Die ETS 2.0 wird zum Projektieren und Programmieren der Busteilnehmer benötigt. Sie besteht aus einer Basis-Entwicklungsumgebung, der EIB-Tool-Environment (ETE), mit den folgenden Funktionen: [18]
* Benutzerführung,
* Druckersteuerung,
* Sprachverwaltung,
* Datenbankzugriff,
* Zugriff auf EIB-Anlagen über RS 232,
* Import/Export von Produkten und Projekten,
* Schnittstelle für Zusatzmodule und den Datenautausch mit anderer Software.
Abb. 29: Zusammensetzung der ETS 2.0
Quelle: Vgl. [HGT97], S, 162.
Sie besteht aus den folgenden Programmodulen: [19]
* Einstellung: Dieses Modul bietet die Möglichkeit allgemeine Einstellungen, wie z.B. Drucker, Kennwörter, Adreßformat und Sprache, festzulegen.
* Projektierung: Das Modul Projektierung nimmt eine zentrale Rolle bei der Definition der Struktur des EIB-Projekts ein. EIB-Geräte können eingefügt und verbunden werden, um die gewünschte Funktion zu realisieren.
* Inbetriebnahme/Test: In diesem Modul wird die Inbetriebnahme und der Test vorgenommen.
* Projektverwaltung: Mit diesem Modul ist eine Umgebung von der Projektverwaltung zu unterstützen. Hier werden z.B. Funktionen, wie Import und Export, zur Projektdaten-verwaltung zur Verfügung gestellt.
* Produktverwaltung: Hier werden Funktionen, wie z.B. der Import von neuen herstellerspezifischen Produktdaten, zur Verwaltung von Produktdatenbank bereitgestellt.
* Konvertierung alter Produktdatenbanken (von ETS 1.x nach ETS 2.0)
Empfehlung für Systemkonfiguration, um ETS 2.0 zu betreiben:
* Pentium PC
* 16 MB RAM
* DOS ab Version 5.0
Allgemeine Vorgehensweise :
Nach der hardwareseitigen Installation der Gebäudesystem-Technik, ist der Bus installiert und die Teilnehmer sind über den Bus miteinander verbunden. Nach Abschluß dieses Vorganges beginnt die softwareseitige Konfiguration, die einzelnen Schritte werden im folgenden der Reihenfolge nach benannt:
Abb. 30: Zeigt den ein an den EIB angeschlossenes ETS2.0-System
1. Entsprechend der Planung werden den Busadaptern die physikalischen Adressen zugewiesen.
2. Laden der den Busadaptern zugewiesenen Anwendungsprogramme mit Gruppenadresse und Parametern, die dessen Funktionsweise bestimmen.
3. Laden der Filtertabellen, in die Linien- und Bereichskoppler. Durch sie wird der Verkehr auf dem EIB einschränken. Man könnte es auch als eine Art Subnetting bezeichnen.[20]
4. Programmierung der Linien und Bereichskoppler.
Nach der Durchführung der zuvor genannten Schritte ist die Schaltung betriebsbereit und kann mit dem Protokollwandler gekoppelt werden.
Aufzählung aus [HGT97] S. 162
[19] Aufzählung aus [EPI] S.43
[20] In unserem System ist allerdings keine Koppeleinrichtung vorhanden.