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5. Fazit

Die prototypische Realisierung eines Fernüberwachungssystems war die Aufgabe der Diplomarbeit, wobei das Hauptaugenmerk auf die Verbindung der Welten der Gebäudeautomations- und der EDV-Systeme lag. Diese Aufgabe wurde gelöst und hat zu einer Vielzahl von Erkenntnissen geführt.

Die Wahl des Gebäudeautomationssystems viel, aufgrund des besonderen Interesses der Firma MIT-H, auf den Europäischen Installations Bus (EIB), der durch seine breite Palette von Systemlösungen und der Unterstützung, von in diesem Gebiet führenden Unternehmen, eine zukunftssichere Entscheidung darstellt.

Ein Kernproblem war die Verbindung des TCP/IP-Netzes mit dem EIB-System. Hierfür wurde der ComClient, ein Protokollwandler der Firma Schlaps & Partner, als Lösung gewählt. Dieses Gerät ist durch seine flexiblen Konfigurationsmöglichkeiten vielfältig einsetzbar. So bedarf es lediglich einer sogenanten Firmware, die in den Programmspeicher des ComClients geladen wird, um den Protokollwandler für die Wandlung von TCP/IP zu einem bestimmten Protokoll einzustellen. Diese Eigenschaft macht den ComClient besonders für größere Industriebetriebe interessant, da hier die Zahl unterschiedlicher Geräte eingeschränkt und bei einer wiederholten bedienungsweise Ausbildungskosten gesparen werden können. Da für die Lösung der Aufgabe nur das EIB-Protokoll relevant war, wurde der ComClient nur aus dieser Sicht behandelt. Der ComClient ist eine Neuentwicklung, die Endversion lag zur Zeit der Diplomarbeit noch nicht vor. Da die BSD-Socket-Kommunikation auf der Betreibssystembasis von Openstep bis zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert war, begab ich mich im Rahmen dieser Diplomarbeit auf absolutes Neuland. Dies führte dazu, daß neben der Entwicklung des Prototypens im Vorfeld verschiedene Probleme zu lösen waren. Hierzu zählt u.a. die anfängliche Datenübertragung über nicht kompatible, serielle Schnittstellen und die nicht hardwareunabhängige Byteorder-Implementierung der ComClients-Firmware in der ersten Version. Hierbei wurde ich von der Firma Schlaps & Partner mit Informationsmaterialien, Telefon-Suppport und schließlich einem Hardware Update, das die Schnittstellenprobleme dann schließlich löste, in einem Höchstmaß unterstützt. Letztendlich hat sich der ComClient als eine sehr stabile und zuverlässige Komponenet erwiesen.

Das System, das zur Realisierung der Software benutzt wurde, ergab sich aus der Forderung zur Kompatibilität zum sich im Beta-Stadium befindlichen Betriesystem der Firma Apple, mit dem Code-Namen "Rhapsody". Daher entschied man sich für Openstep 4.2 als Server-Plattform und für WebObjects-Framework zur Realisierung des Softwaresystems. Beide bieten die maximale Aufwärtskompatibilität zu Rhapsody. WebObjects ist mit seiner Flexibilität, unter Einbindung von EOF im Datenbankbereich, und der Möglichkeit der Entwicklung von verteiten Anwendungen ein System, das hervorragend als BackBoon für große Intranetlösungen geeignent ist. Bei genauer Betrachtung der Möglickeiten von WebObjects wird sehr schnell klar, daß, wenn von andreren Internettechnologien, wie Java gesprochen wird, diese nur den Stellenwert einer Technologie einnehmen, die es zu verwalten gilt.

Letztendlich ist WebObjects eine hervoragende Lösung, um in einer späteren Weiterentwicklung im Schnittstellen- sowie im Datenbankbereich möglichst flexibel zu sein.

Die zuvor angesprochenen Datenbankanbindung wurde mit der Enterprise Objekts Technologie (EOF) realisiert. EOF zeichnet sich durch seine guten Einbindungs-möglichkeiten in WebObjects und die adaptive Anbindung an eine Vielzahl relationaler Datenbanken aus. EOF schafft eine sehr gute Abstraktion des Datenmodels über ein Objektmodel, das über den EOModeler, einem Tool zur grafischen Bearbeitung des Objektmodels, formuliert werden kann. Aber auch eine reine Codierung ist mit EOF möglich. Somit besteht mit EOF eine hoch flexible Technologie zur Verfügung.

Die Beiden technologien WebObject und EOF sind durch ihre objektorientierte Technologie in einem großen Maß wiederverwendbar und wartbar. Sie erfüllen alleine durch diese Eigenschaften die Forderung nach einem Höchstmaß an Evolution.

Die geforderte Plattformunabhägigkeit ist durch die Wahl von WebObjekts in einem weiten Rahmen erfüllet. Die Betriebssysteme Win-NT, HPUX, Solaris, Openstep und demnächst auch Apple mit "Rhapsody" sind Plattformen, auf denen die Frameworks lauffähig sind und für die, mit Hilfe der mitgelieferten Entwicklungsumgebungen, "crosscompiled" werden kann.

Die Realiserung des Prototypens erforderte einen umfangreichen Erwerb von Kenntnissen. Angefangen im Grundlagenbereich in der Behandlung von TCP/IP und der Socket-Programmierung bis hin zur WebObjects-Programmierung. Wobei die Nutzung von WebObject nicht ohne die Kenntnisse von HTML, CGI, C, Objective-C und der objektorientierten Programmierung möglich ist. Da die Werkzeuge noch nicht so konsistent sind, daß ein Editieren der generierten Dateien nicht mehr notwendig ist, kann an einen Einsatz von Entwicklern, die es gewohnt sind mit Oberflächengeneratoren zu arbeiten, und keine Kenntnisse in den zuvor genannten Bereichen besitzen, nicht ansatzweise gedacht werden. Somit ist der übliche Ausspruch "unser Systemadministrator wird das schon machen!" der Anfang vom Ende der Wirtschaftlichkeit.

Aufgrund der oben beschriebenen Probleme bei der Lösung dieser Aufgabe, ist es nicht möglich alle Hilfsmittel zu beschreiben, die zur Lösung beigetragen haben, da es den Rahmen dieser Diplomarbeit sprengen würde. Aber es kann mit gutem Recht behauptet werden, daß jedes Paket, das über das Netzwerk gesendet wurde, in seiner Byte-Struktur gesichtet worden ist.

Die Weiterentwiklung dieses Systems kann sich in zwei Richtungen bewegen. Zum einen sollte eine Erweiterung des Datenaustausches mit dem EIB-System vorgenommen werden. So sollte eine Neukonfiguration einer EIB-Schaltung auch von der TCP/IP-Seite möglich sein. Dies würde das Fernüberwachungsystem zum Fernwarungssystem aufsteigen lassen. Leider ist es ohne eine Partnerschaft mit der EIBA[40] nicht möglich, in dieser Richtung tätig zu werden.

Die zweite Richtung sollte eine Verfeinerung der Datenrepräsentation und der Auswertungdmöglichkeiten sein. Einbindung von Java oder JavaScript können eine höhere Anwenderakzeptanz zur Folge haben.

Um eine visuelle Kontrolle zu ermöglichen, und somit das Ferüberwachungssystem abzurunden, würde ich die Aufnahme einer IP-Kamera zur Raumüberwachung vorschlagen.

Unter den technischen Gesichtspunkten sind in dieser Diplomarbeit Möglichkeiten aufgeführt worden die eine umfassend Grundlage zur Überwachung räumlich auseinandliegender Gebäude und Anlagen auf der Kommunikationsebene ermöglichen. Trotz der Faszination des Machbaren sollten nicht die negativen Möglichkeit der umfassenden Kontrolle des Einzelnen übersehen werden. Dieser Apekt ist nach meiner Ansicht ein wichtiger Punkt, der in der Verantwortung eines jeden, der diese Systeme erstellt oder plant, liegt. Ein veranwortungsvoller Umgang mit diesen Technologien sollte der Grundsatz sein, der in jedes System integriert werden sollte.


[40]

EIBA ist die Dachorganisation, die für die Standardisierung des Europäischen Installationsbuses verantwortlich ist. (siehe Grundlagen).


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